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9. Speedweek 1. Bördesprint 1.000 km von Hockenheim



1.000 km von Hockenheim

Nachdem unser Einsatzfahrzeug den Probelauf in Assen weitgehend problemlos absolviert hatte und das Problem mit der Wasserpumpe abgestellt war, ging es am Freitag pünktlich um 8:00 Uhr los. Stephan Knobloch (Knoby) wurde eingeladen und mit der Tankanlage und anderem Gerümpel im Vivaro ging es nach Hockenheim.

Am Abend vorher haben wir bei Theo „mal eben schnell“ die Verkleidung ohne Scheinwerfer mit der hohen Scheibe für alte Männer montiert und waren schon um 22:00 Uhr fertig: alles Verpackt. Leider blieb nur die Schraubenkiste stehen.

Nun ging es im Regen gegen Süden und aus dem 6,5° C Sauerland wurden 14° C im
Badischen. Auf der Fahrt wurde Knoby schon einmal geprüft. Er hatte ja Hausaufgaben
bekommen. Kannte er das Regelement?

In Hockenheim angekommen schnell zur Papierabnahme und vorher Kay Stieferrmann und André Reimann (#39 Suzuki GSX-R 1000 K1)) begrüßt und den Wohnwagen geparkt.
12:00 Uhr wäre Papierabnahme, ich war eh schon spät und es war Stau. Um 13:00 Uhr war ich fertig. Ich musste auch erst wieder sagen:“ Ich Chef, ich autorisiert und kompetend! Ja meine Fahrer sind noch nicht da!“ Na ja, alle sind freundlich und irgendwie habe ich dann doch alles. Die Lizenzen abgegeben, die Armbinden gegen Pfand und den Transponder. Smalltalk hier – Smalltalk da.

Und dann waren auch meine Fahrer (Jens und Onno) und das Moped da, das später noch einen Namen erhält. Nun ging es an den Service. Hier Reifen kaufen, da ein Kettenblatt. Als alles sortiert war fehlte nur noch ein Vorderrad in der K3. Das Rad war da, aber die Bremsscheiben nicht. Die lieh uns Thomas Körner/Matthias Ebbert (#78 New Cartoon Racing, Suzuki GSX-R 750) gegen ein 42 Kettenblatt aus. Sie waren aber noch nicht da. Immerhin hatten Sie in Rijeka ein Getriebe zerstört und durften am Donnerstag nach Arbeitsende das Getriebe reparieren und am Freitag früh einbauen. So etwas dauert. Als wir dann ungeduldig wurden (vielleicht kommen se gar nicht!?!), waren Sie in Frankfurt. Inzwischen hatte uns Randolf in seine Box eingeladen (33) also, da 32-34 eine große Box ist, waren wir insoweit mit den Forum-Leuten www.racing4fun.de zusammen. Als Thomas dann kam, machten Sie erst Papierabnahme, statt uns die Bremsscheiben zu geben.... So dauerte es bei uns noch. Wir schraubten schon mal unsere Tankanlage zusammen und unser Transportwagen war schon mehrmals für andere im Einsatz. Erst Kay und André, dann Peter Eickelmann und Claus-Peter Eckert, denn die MSFler waren inzwischen auch angekommen.
Irgendwann war dann die Bremsscheibe da und das Kettenblatt als Gegenleistung
herausgegeben. Nun konnten wir zur Abnahme!
Schon toll, welch ein Aufsehen eine Profi-Tankanlage macht! Ein Moped mit
Motorradständer, eine Transportkarre mit Reifen und Felgen, eine Tankanlage, einige
Kanister und zwei Helme begaben sich nun zur FIA-Box. Die #5 stand dem Motorrad gut. So eine einstellige Startnummer macht schon etwas her! Schwarz auf gelben Grund!
So war es auch bei der Abnahme. Zwar darf die K3 eine Lautstärke von 93 dB( +/- 1 dB),
das ist schon etwas knapp, die neuen Mopeds haben es da besser, weil 98 dB oder mehr,
aber der Uraltauspuff (unsere Methusalem der Reservetöpfe, noch aus Jens seiner SRADZeit) mit dB-Killer machte 93,9 dB, also alles okay. Die Abnahme selbst auch.
Wir kennen uns aus, dem Moped sieht man ebenfalls an, das es schon so mache Abnahme geschafft hat.

Nur unsere Tankanlage: Sie passte gar nicht in die FIA-Box. Aber da Sie aus Metall war und selbst die super strengen FIM-Endurance auflagen bestanden hatte, durfte sie direkt zurück zur Box 33.

ßabine lief mir zuerst über den Weg und ich konnte meinen Scherz los werden. „Abnahme
kein Problem – Motorrad hat überhaupt kein Licht!“ ßabine hatte uns bei der Speedweek
als Technischer Kommissar über zwei Stromkreise und zwei Rückleuchten beleert und uns
einen zweite Anlauf bei der Abnahme beschert. So hatten wir damals das Serienlicht, eine
Zusatztleuchte unten drunter und den Reflektor. Aber: ßabine hatte recht und so scherzen
wir seitdem über Christbäume und so...

Nun stand das Bike im Parc Fermé und wir konnten zum Italiener (der seit Jahren
Grieche ist). Zurück gab es noch einen klein Schluck in der Box und um Sieben rappelte der Wecker.

Morgens früh beklagt sich Klaus69 (Klaus Gebel) per Handy über die nicht hinterlegten
Helferkarten. Es war aber Absicht: wäre er nicht pünktlich gewesen, hätte er bezahlen
dürfen! So durfte ich noch schnell zum Einlass joggen. Irgendwie ging’s auch schon los.
8:00 Uhr pünktlich starten die ersten 10. Knoby bekam eine Aufgabe unter Rennstress:
„Welche Zielzeit ist es, wenn 8:00 Uhr gestartet wird und 457 Minuten gefahren werden
darf“ – Später zur Lösung. Die ersten beiden Turns fahren beide Fahrer auf den
Schwuchtelreifen: Irgendwelche Reste. Wir sind ja sparsam. Man kann sowieso nicht schnell fahren: kalt, voll, Anfänger. In diesen Turns kann man nur verlieren. Der Tank hat wegender geänderten Tankverschlüsse etwas mehr Inhalt, so kommen wir 31 Runden und gehen der normalen Wechselhektik aus dem Weg.
Der Stau an der Box, verständlich bei 150 Teams, ist dann immer aufgelöst. Jens fährt so 2:10 - Onno schon, da die Temperatur ab 9:00 besser wird und die Reifen warm sind, so um die 2:02. Also: zügig durchs Feld und aus allem raus halten!
Den ersten Tankstopp macht Onno selbst. Die Lehrlinge sollen nur zuschauen. Sie haben
die Sklavenarbeiten, wie Tankanlage befüllen und unterste Botendienste. Nach je einem
Turn wird hinten das Rad gewechselt und ein Dauerprüfungsreifen aufgesogen. (Er
unterscheidet sich von dem Sprintreifen lediglich dadurch, das er jetzt die ganze Zeit im
Einsatz ist!) Hier wechselt Jens das Rad und Onno tankt. Klaus69 wundert sich, das andere schon so viel an der Box zu tun hatten. Randolf tritt derweilen seine Mille. Sie hat den Sammler zerrissen. Ein Saftycar-Phase war auch schon. Wichtigste Frage: Ist dein Fahrer noch dabei, oder der ist er der Grund? Aber Jens rollt noch!
Ich mache lediglich den Abgleich der gefahrenen Runden beim den Wechseln. Welche
Runde, welche Zeit. Wir kommen nun 30 Runden und müssen dann tanken/wechseln. Doch
irgendwie steht die Rundenanzeige auf dem Monitor auf 133. Sie steht und steht!
Oh oh: wo ist dein Fahrer?
Oh oh: wo liegt der Transponder?
Diese Frage stellen sich scheinbar mehrere! Alle können nicht gestürzt sein, es fahren ja
noch welche....
Auf dem Weg zur Zeitnahme kam ich bei den MSFlern vorbei, die hatten es auch erkannt
und auch ßabine war auf dem Weg zur Zeitnahme. – Also nicht unserer Problem.
Oh oh. Text der Ausschreibung. „Jedes Team ist für das Zählen der Runden selbst
verantwortlich!“
Oh oh. Also schnell Lehrling Knoby an die Boxenmauer und Striche malen. Wann war der
letzte Tankstopp? Würde alles funktionieren, wenn nicht vorzeitig Jens in die Box kommen würde, nach ungefähr 10 Runden. Die frischen Bremsbeläge vom 8:00 Uhr sind an der absolut untersten Grenze, keine weiter Runde. Die Jungs kennen sich aus. Also großer Service. Vorderrad wechseln, Beläge wechseln. Wieder machen es die Fahrer. Mit Bremsen ist nicht zu spaßen. Also Jens schraubt die Achse los. Onno nimmt das Rad nach vorne raus, während Jens und ich die Keile in die Bremse schieben und die Bremssättel nach außen drehen (alte Endurance Tricks).
Nun, jetzt lohnt es sich, Zündbares zu kaufen. Also wackele ich los und verbrenne schnell
mal 70 Euronen an der Tanke. Erstaunlich wie platzsparend und eng im Fahrerlager geparkt wird. Mit der Karre ist das Millimeterarbeit.
In Runde 191 geht Knoby zur Boxenmauer und wirft für Jens das Handtuch. Wir ziehen dem Bike das Hinterrad für den Sprint an und Tanken auf. 10 Runden sind noch Dauerprüfung. Wird das knapp? Wir werden ca. 10 Minuten vor Auslauf unserer Zeit fertig sein. Die MSFler(Claus-Peter Eckert und Peter Eickelmann), unsere Sparringspartner aus der Deutschen Meisterschaft Seriensport und der Speedweek, sind sehr, sehr knapp in der Zeit.
Peter kann das nicht glauben. So knapp war das noch nie. Ich gehe mal schauen, ob es eine Verkürzung der Runden gibt oder andere Hinweise. Es bleibt bei 203 Runden. Knoby hat inzwischen die Rechenaufgabe gelöst: 15:37 müssen wir im Parc Fermé sein. Bei 202
Runden werfen wir Onno das Handtuch vor die Füße und ich gehe mit dem Motorradständer zur Einfahrt des Parc Fermé. Dort halte ich Onno an und schaue schnell in Box 1 auf dem Monitor: 203 Runden - alles Okay. Onno kann rein.
Derweilen fährt Peter Eickelmann draußen auf der immer leerer werdenden Strecke
Superbike: Aber auch Zeiten um 1:50 bringen die Wertung nicht wieder in Ordnung. Sie
schaffen die 203 Runden nicht in der Vorgeschriebene Zeit. Erstaunlich auch, wie viele
unserer Wettbewerber sich in der letzten Runde mit den neuen Reifen für die Sprintwertung auf die Nase legten!
Irgendwie treffen wir uns dann alle auf der Tribüne in der Sachskurve. Mal schauen was
Bundy (Michael Roth) und Jürgen Fuchs mit den 2 Zylindern so anstellen.
Hey. War das ein Regentropfen? Jens und Onno schauen gleichzeitig ein wenig in den
Himmel, sich selbst an und ein Blick sagt alles. Regen! Ganz, ganz langsam zieht es sich
immer mehr zu. Die 600er fahren schon im Niesel. Jörg Teuchert, der Superstar lässt sich
ein wenig von den Seriensportlern ärgern. Onno: „Mit gleichen Waffen sehen auch
Seriensportler nicht so schlecht aus!“ Jörg berichtet nachher, als er sich den Dreck der
Bodenprobe abgewischt hat: „Ich hatte die Bremse vorne noch nicht berührt, da.....“
Vor der Sprintprüfung der Klasse 1, es hatte sich inzwischen eingeregnet, gab es eine
Fahrerbesprechung: Einige wollten nicht starten. Seriensport findet in Deutschland statt, da kann es schon mal regnen. Einige schoben Ihre Bikes nach Hause. Andere ließen sie beim Vorstart stehen. Ein Fahrer stürzte schon bei der Ausfahrt des Parc Fermé. Regengott Peter Eickelmann, der während der Speedweek seinen Ruf bestätigen konnte, war nicht dabei. Die MSFler hatten mit Ihren Reifen eine schlechte Wahl. In der Einführungsrunde hatte Peter getestet, was geht. Der aufheulende Motor auf
Star/Ziel und reichlich Wheelspin zeigte, dass es sehr heikel werden würde. So fuhr er
raus. Man hätte unter diesen Bedingungen 10 werden können, oder die K5 beerdigen
können. Beides wollten Sie nicht!
Onno stand beim Le Mans Start auf der dritten Position und hatte versprochen dieses Mal
die Laufstrecke ohne Sturz hinzubekommen. Er kam auch als 3. weg. Bei der Einfahrt ins
Motordom war er an 6. Stelle Sollten sie doch fahren. Es war das Wetter der Sauerländer.
Das Verständnis unter Männern beim Blick in den Himmel, hatte es schon gezeigt: Heute
war alles drin. Im trockenen sollten ein Top Ten Platz möglich sein, doch heute konnte es
besser werden. Während Onno, der vorige Woche mit seiner K6 in Rijeka war, die K3 als
doch langsam empfand, war Jens als Supermoto Fahrer mit der K3 ganz zufrieden. Sie ist
gutmütig und schnell genug. Sie ist ein „Altes Schätzchen“ Und so heißt sie nun!
Das „Alte Schätzchen“ hat bei den 24 Stunden im vergangen Jahr so viel Regenerfahrung
gesammelt, dass sie sich ebenso wohl fühlt wie die Fahrer. Jedoch sind jetzt die Metzeler
Seriensport Reifen aufgezogen und keine Regenreifen. Onno ist Vierter. Wolfram mit der
#9 hat es überzogen. Es reicht wenn man Vorsprung hat, es muss nicht eine halbe Runde
sein! Die #42 mit Schiller/Schiller ist nun Führender. Onno bleibt so lange wie möglich
draußen. Er fährt wie ein Uhrwerk konstante 2:38. Jens übernimmt und kommt immer sehr spitz von links in die Sachskurve. Wir sind jetzt schon Zweite. Er wird ein wenig bedrängt und lässt den Dritten überholen. Nicht um sich fest vorzunehmen, das wieder zu richten.
Braucht er jedoch nicht. Der Fahrer nimmt eine Bodenprobe. Jens fährt 2:37,2 und wir sind Zweite!

2. Platz für Rennsportteam Sauerland Onno Bitter/Jens Gutsche bei den 1.000 km von Hockenheim

Das „Alte Schätzchen“ darf jetzt 6 Wochen warten, dann kommt der Bördesprint in OL.
Unseren Lehrlingen ein Dankeschön: hättet Ihr nicht gedacht, das die „alten Männer“ mit
dem „Schätzchen“ aufs Podest fahren?

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