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6h-Rennen am Nürburgring

Langstrecken-Belastungstest
An Pfingsten war ein erster Langstrecken-Belastungstest geplant. Sonntag ein 6h-Rennen am Nürburgring (GP-Strecke) den der veranstaltende Club "Dortmunder MC" lustigerweise "Reinoldus-SPRINT nennt und am Montag der Bördesprint in Oschersleben über 4h. Genannt hatte das Speedweek Team als 2-Motorrad-Teams. Carsten (das bin ich) mit meinem Kumpel Guido aka Hanebub (bekannter Videoartist, http://www.hanebub.de) sowie Onno Bitter und Andreas Wieser.

Der abend zuvor
Anreise wie immer am Ring am Samstagabend da zuerst die Autoveranstaltung beendet werden muß. Der Wetterbericht orakelte nichts Gutes und so kam an das erste heftige Gewitter auch kurz nachdem wir unsere Box bezogen hatten. Papier- und technische Abnahme waren schnell gemacht und die Strategie für die Zeittrainings am nächsten Morgen lautete "abwarten". Vor allem Guido war seit Rijeka verletzungsbedingt nicht mehr gefahren und wollte die 2x 40min. zum Einrollen nutzen. Regen ist da suboptimal, aber beeinflussen kann man es ja nicht.

Wetterlotterie
Der Morgen brachte zunächst sowas wie Sonne, aber wenige Minuten vor dem ersten ZT zog es sich zu und begann zu nieseln. Für Slicks schon zu feucht um sinnvoll zu fahren und noch zu trocken für Regenreifen. So ließen wir das Training aus und bereiteten Guidos R1 für naß vor und ließen meine K5 auf trocken. Onno war inzwischen auf alten Regenreifen mit 5s Vorsprung auf die vorläufige Pole gefahren :-) Irgendwie wollte uns das Wetter aber wohl ärgern und es wurde zum zweiten ZT trocken. So fuhr ich für einen kurzen Turn raus während Guido und unser Schrauber Martin die R1 wieder auf trocken umrüsteten. Der Verkehr war ätzend denn manche verwechselten das ZT wohl mit einer Touristenrunde auf der Nordschleife. So brachte ich, auch noch nicht ganz wach und letztmals 2005 auf der GP-Strecke gefahren, nur eine 2:15,84 zustande. Aber egal, Guido sollte noch 20min fahren. Also rein in die Box, Transponder gewechselt und ab die Post ... 3min später war er wieder da und fluchte wie ein Kesselflicker. Von Westen war die nächste Regenfront hereingezogen und hatte bereits den Streckenteil "Mühlenbachschleife" eingenässt. Das war's dann mit dem Training. Guido war natürlich extremst begeistert in ein Rennen zu starten ohne eine Runde Training, aber Fahrzeit sollte er ja dann noch genug bekommen ;-)

Auf Regen folgt bald Sonnenschein
Vorbereitung für das Rennen beinhaltete dann die Instruierung der "Boxenmauer-Damen", der Vorbereitung der Moppeds und der Beobachtung des Wetters. Die Strategie war schnell gefunden: Ich auf Regen als voraussichtlicher Startfahrer und Guido auf trocken um schnell reagieren zu können. Der Regen wurde stärker und zur Startaufstellung goß es wie aus Eimern. So durfte ich also als erster naß werden. In der ersten WarmUp-Lap hätte ich eine Vergeßlichkeit fast mit einem Sturz bei Rausbeschleunigen aus der Mercedesarena bezahlt (Video, Rutscher Sekunde 7). Man sollte die Stöpsel aus dem Verkleidungsboot nehmen damit das Wasser ablaufen kann und NICHT auf den Hinterreifen schwappt :-o Auf Grund des fehlenden Regentrainings und der alten Weisheit "das man ein Langstreckenrennen nicht beim Start gewinnt" ließ ich es eher ruhig angehen. Vielleicht etwas zu ruhig (19. nach Runde 1), aber die Anzahl der Stürze speziell Ende S/Z (wissen die nicht das da reichlich Gummi von den Autos vom Vortag liegt?!) und die stetig besser werden Rundenzeiten trotz mal weniger und mal mehr Regen bestätigten diese Taktik. Auf 10 liegend übergab ich an Guido. Sehr irritierend fand ich das ich nur 19 Runden (2 mit blinkender Benzinleuchte) fahren konnte. 2 wären vielleicht noch gegangen, aber Onno ist 6 mehr gefahren?! Guido fand sich recht schnell zurecht. Nach 1,5h (32 Runden) und min. einem Stopp aller Teams waren wir auf Platz 4, Onno und Andreas auf Platz 2 knapp eine Runde vor uns. Also alles voll im Soll.

Hausgemachte Probleme
Der Regen hatte inzwischen fast aufgehört, wir lagen sturzbegünstigt auf 3 und der nächste Wechsel stand kurz bevor da fuhr das SafetyCar raus. Dieses fuhr aber zunächst schneller als der Kollege hinter dem sich Guido wegen des Überholverbots einsortieren mußte. Beim Vorbeifahren sah er eine grüne Ampel an der Boxenausfahrt und entschloss sich Zeichen zu geben für den Fahrerwechsel. Keine gute Idee, da die Boxenausfahrt nach Vorbeifahrt des Felds nur für 15s offen ist. Das würde knapp werden. Zu allem Überfluß mußte Mechanix Martin auch noch den Klett am Transponder wechseln und damit verloren wir eine Runde in der Box. Wir verloren dadurch zwar "nur" einen Platz, aber brachten auch einige Teams wieder deutlich dichter an uns heran. Besonders ärgerlich da unser 1. Stopp der schnellste aller Teams war und alle unsere Stopps zu den schnellsten gehörten. Merke: Bei 2-Motorrad-Langstreckenrennen sollte man eine PaceCar-Phase möglichst nicht für einen Boxenstopp nutzen.
Aber damit begann die Serie unsere Pannen. Während ein Dutzend Streckenposten versuchten die Ölspur Ende S/Z zu beseitigen folgten wir 6 Runden dem PaceCar. Das schläferte mich dermaßen ein das ich die erste freie Runde danach ca 10s zu langsam fuhr was uns zunächst 2 Plätze kostete. In den folgenden 9 Runden machte ich auf stetig weiter abtrocknender Strecke, es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne kam heraus, 3 Plätze gut was uns wieder auf 3 brachte. Um das ganze wieder etwas spannend zu machen versuchte ich auf S/Z meinen Laptimer geradezudrehen und drehte dabei versehentlich den Zündschlüssel um ... Panne Nr. 2. Ausrollen in der Boxenausfahrt, Problem erkennen und beheben kostete Mechanix Martin einen Sprint und mich 20s sowie 2 Plätze. Die holte ich mir innerhalb von 2 Runden zurück und begann darüber nachzudenken ob meine Box inzwischen gemerkt hatte das es abtrocknet und Guido Slicks verpaßt hatte. Ein Zeichen für diesen Fall hatten wir leider nicht vereinbart ... die nächste kleine Panne und damit Nr. 3, denn als ich das Zeichen zum Wechsel gab und in die Box fuhr erwartete Guido mich mit Regenreifen. Das bedeutete mich möglichst schnell aufzutanken und mit Slicks auszurüsten. So blieb Guido nur 9 Runden draußen und wir wechselten wieder. Ein Boxenstopp mehr als nötig. Die Strecke war inzwischen auf breiter Linie trocken, nur die abgestreute Ölspur Ende S/Z und zwei Rinnsale in der Dunlopkehre störten noch. Ich konnte allerdings nicht die normalen Trockenzeiten fahren und büßte so ca 90s in meinen 21 Runden ein. Guido war da deutlich besser und fuhr 20 Runden lang seinen üblichen Schnitt. So wechselten wir nach 5:05h zum letzten Mal. Wir waren noch immer 3., Onno und Andreas führten inzwischen mit einer Runde vor Hausmann/Berns die wiederum eine Runde vor uns lagen.

Der Anfang vom glücklichen Ende
Mein Tank war wirklich randvoll damit ich die 55min auch schaffe. Guido sollte natürlich sicherheitshalber bereit bleiben. Aber dazu sollte es nicht kommen. Bereits in der ersten fliegenden Runde fühlte sich der Motor zäh an. Aus der Dunlopkehre raus den Berg rauf drehte Motor schon nicht mehr aus und den Hatzenbach hinunter war dann Feierabend. Ich rette mich in die Boxenausfahrt, gab noch mal kurz Gas, zog die Kupplung, betätigte den Killschalter und rollte die endlosen Meter zur Box. Dort rechnete natürlich niemand mit mir. Auch war die R1 noch nicht betankt. Hektik brach aus und nach ca. 2min verließ Guido die Boxengasse. Also eine Runde verloren. Ich konnte es nicht fassen: Motorschaden, Elektrikdefekt? Sicher war das der Motor sich nicht mehr starten ließ. Also Feierabend und hoffen das Guido mit der Tankfüllung durchkommt. Durch diesen ungeplanten und langen Stopp verloren wir 2 Plätze und lagen nun auf 6. Dies konnte Guido auch verteidigen obwohl seine lädierte Schulter gegen Ende masiv Probleme machte. So waren war schließlich glücklich als es 17:00h und damit zu Ende war.

Onno Bitter gewinnt mit seinem Partner Andreas Wieser das 6 Stundenrennen am Nürburgring.

Abschlußanalye
Nicht das jemand denkt ich mache mir während der Veranstaltung Notizen ... *ggg* ... Alle Detailinfos über Zeiten, Abstände und Platzierungen entnehme ich hinterher den Rundenzeitentabellen die uns "WIGE Data" netterweise immer zur Verfügung stellt. "Hätte, wenn und aber" zählt im Sport bekanntlich nicht, trotzdem sollte man schauen wie und warum man Zeit verloren und gewonnen hat um es das nächste Mal besser zu machen:

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